Hier wollen wir Sie über die Perreras (Tötungsstationen) in Spanien informieren. Diese Perreras sind nicht mit Deutschen Tierheimen zu vergleichen, denn dort werden die Hunde nur eine kurze Zeit (i.d.R. 10 - 20 Tage) aufbewahrt, bevor sie dann euthanasiert werden. Perreras werden entweder privat oder von den Städten betrieben und sind ein Spiegel dessen welchen Stellenwert der Tierschutz in Spanien zur Zeit noch hat.
Nur durch die unermüdliche Arbeit spanischer Tierschützer und auch durch unsere Unterstützung dieser Vorarbeiter kann langfristig ein Umdenken in der Bevölkerung herbeigeführt werden. Unsere spanischen Tierschutzfreunde schätzen die Zusammenarbeit mit uns sehr und gemeinsam wollen wir nachhaltige Veränderungen im Tierschutz herbeiführen. Ein oftmals wahrlich steiniger und langer Weg, doch der stete Tropfen höhlt den Stein und nach diesem Motto arbeiten wir und holen uns täglich die Kraft um weiter zu kämpfen.
CADIZ
BADAJOZ - Zustände vor Ort und wie es nach dem Massaker weitergeht
BADAJOZ Massaker - wie es in der Perrera zur Eskalation kam
Lesen Sie nachfolgend den Brief eines Mitarbeiters in einer Perrera und Sie werden verstehen warum wir und viele andere Tierschützer unermüdlich und Jahr für Jahr diesen armen Hunden helfen ein neues Zuhause zu finden:
Brief eines Arbeitnehmer aus einer Perrera
Ich glaube, unsere Gesellschaft braucht ein Weckruf. Als Leiter einer
Perrera, werde ich was mit Euch teilen ... ein Blick von "innen", wenn
Ihr mir erlaubt.
Zunächst an alle Züchter und Verkäufer von Hunden, Ihr solltet zumindest
einen Tag in einer Perrera arbeiten. Wenn Ihr vielleicht den traurigen,
verlorenen Blick in den Augen der Hunde seht, würdet Ihr Eure Meinung
ändern und nicht an Menschen verkaufen, die ihr gar nicht kennt. Gerade
diese Welpen könnten am Ende in meiner Perrera landen, wenn er nicht
mehr ein süßes Hundebaby ist.
Wie würdet Ihr euch
fühlen, wenn Ihr wüsstet, dass eine 90%ige Chance besteht, dass dieser
Hund nie wieder aus dem Zwinger kommt, wenn er erstmal hier landet? 50%
der Hunde, die hier abgegeben werden oder verirrt rumlaufen sind
reinrassige Tiere.
Hier die häufigsten Ausreden die ich höre, sind:
"Wir sind umgezogen und ich kann unseren Hund / unsere Katze nicht
mitnehmen." Wirklich? Wohin ziehen Sie denn und warum suchen Sie sich
nicht eine Wohnung oder ein Haus in dem sie mit ihrem Tier leben können?
"Der Hund wurde größer, als wir dachten." Und was dachten Sie denn wie große ein deutscher Schäferhund wird????"
Ich habe keine Zeit mehr für das Tier".
Wirklich? Ich arbeite 10 oder 12 Stunden am Tag und ich habe immer noch Zeit für meine 6 Hunde.
"Er zerstört meinen ganzen Garten " Also, warum haben Sie ihn nicht im Haus mit der Familie?
Dann sagen sie immer: "Wir wollen nicht nerven und darauf beharren,
dass Sie ihm ein gutes Zuhause suchen, denn wir wissen, dass sie ihn
adoptieren werden, er ist nämlich ein guter Hund.“ Das Traurige daran
ist, dass Dein Haustier nicht adoptiert wird und weißt Du, wie stressig
es in einem Zwinger ist?
Nun, lass es mich Dir mal erklären:
Dein Tier hat 72 Stunden Zeit eine neue Familie zu finden. Manchmal ein wenig länger, wenn die Zwinger nicht so voll sind und er völlig gesund bleibt. Wenn Dein Tier sich erkältet, stirbt es.
Die Katzen sehen ihrem sicheren Tod entgegen.
Dein Haustier wird in einen kleinen Käfig eingesperrt, umgeben vom lauten Bellen und Schreien von 25 anderen Tieren.
Dein Haustier wird weinen und deprimiert sein und auf seine Familie
warten, die ihn verlassen hat. Wenn Dein Tier Glück hat und es genügend
Freiwillige gibt, könnte es sein, dass er mal ausgeführt wird. Wenn
nicht, wird Dein Haustier keinerlei Aufmerksamkeit erhalten, abgesehen
von einem Teller mit Essen welcher unter die Zwingertür geschoben wird
und eine Dusche mit Wasser, um die Exkremente raus zu spülen.
Wenn Dein Hund groß, schwarz oder einer Kampfhundrasse (Pit Bull, Dogge
...) angehört hast Du ihn in den sicheren Tod geführt, in dem Augenblick
in dem Du mit ihm durch die Tür gekommen bist. Diese Hunde werden in
der Regel nicht angenommen. Egal wie "süß" oder wie "trainiert" er ist.
Wenn Dein Hund nicht in den 72 Stunden adoptiert wird und die Perrera voll ist wird er sterben.
Wenn die Perrera nicht voll ist und Dein Hund attraktiv und süß ist,
kann man möglicherweise seine Hinrichtung verzögern, aber nicht für
lange.
Die meisten Hunde werden sofort umgebracht, wenn sie sich aggressiv
zeigen, aber selbst der ruhigste Hund kann solch ein Verhalten zeigen,
wenn er eingesperrt wird und die Veränderungen seines Umfeldes nicht
verträgt.
Wenn Dein Hund sich mit Zwingerhusten infiziert (Canine infektiöse
Tracheobronchitis) oder einer anderen Infektionen der Atemwege, wird er
unverzüglich getötet, einfach weil wir keine Ressourcen haben, um
Therapien in Höhe von 150,-- € zu bezahlen.
Und nun möchte ich Euch was über die Euthanasie schreiben für all die, die noch nie erlebt haben, wie ein vollkommen gesundes Tier umgebracht wird:
Als erstes werden die Hunde mit einer Leine aus ihrem Zwinger geholt,
sie denken, dass sie spazieren gehen werden und wedeln mit dem Schwanz.
Bis wir in "den Raum" kommen, dort bremst jeder Hund ab. Ich bin davon
überzeugt, dass sie den Tod und alle verlorenen Seelen riechen, die dort
sterben mussten. Es ist seltsam, aber es passiert mit jedem von ihnen.
Dein Hund oder deine Katze wird von 1-2 Menschen gehalten, je nachdem
wie nervös oder groß das Tier ist. Dann wird jemand von der Verwaltung
oder ein Tierarzt den Sterbeprozess einleiten. Es wird eine Ader in
ihrem Vorderbein gesucht eine Dosis einer "pinken Substanz" injiziert.
Hoffentlich ist Dein Haustier nicht scheu, wenn es von mehreren gehalten
wird. Ich habe Hunde gesehen, die sich die Kanüle raus gerissen haben
und in ihrem Blut gebadet haben, begleitet von lauten Weinen und
Schreien. Viele schlafen nicht einfach ein, sie krampfen und ringen nach
Luft und koten sich ein.
Wenn alles fertig ist, wird Dein Tier wie ein Stück Holz gestapelt auf
die anderen Hunde, die schon in der Gefriertruhe liegen, um darauf zu
warten wie Abfall abgeholt zu werden. Was passiert als nächstes? Wird es
eingeäschert oder begraben? Wird es als Tierfutter verarbeitet? Du
wirst es nicht erfahren, aber es war ja nur ein Tier und Du kannst Dir
ja jederzeit ein Neues holen, richtig?
Ich hoffe, wenn Du bis hierher gelesen hast, dass sich Deine Augen
getrübt haben und Dir die Bilder nicht aus dem Kopf gehen, denn ich sehe
sie jeden Tag, wenn ich nach Hause komme von der Arbeit.
Ich hasse meinen Job,
ich hasse es dass es ihn überhaupt gibt und ich hasse es zu wissen,
dass es ihn weiterhin geben wird, wenn ihr Euch nicht ändert.
Zwischen 9 und 11 Millionen Tiere sterben weltweit jeden Tag in den
Perreras und nur Du kannst das stoppen. Ich mache alles mögliche, um
jedes Leben zu retten, aber die Tierheime sind immer voll und jeden Tag
gibt es mehr Tiere die rein kommen als die die raus dürfen. Bitte züchte
oder kaufe nicht, solange Hunde in den Perreras sterben.
Hasse mich, wenn Du möchtest. Die Wahrheit tut immer weh und das ist nun
mal die Realität. Ich hoffe nur, dass ich mit diesem Brief die Menschen
erreichen kann, die züchten, ihre Tiere aussetzen oder wahllos kaufen.
Ich wünschte, jemand würde zu mir auf die Arbeit kommen und sagen: "Ich
habe ihren Brief gelesen und möchte ein Tier adoptieren". Dann hätte
sich alles gelohnt.
Bitte, wenn Du möchtest, dass sich das ändert, verteile meinen Brief großzügig.
Jazz M. Onster.